AI Marketing – Wie künstliche Intelligenz Online Marketing verändert

Was haben selbstfahrende Autos, Chatbots und automatische Gesichtserkennung gemeinsam? Richtig, AI. Ein Algorithmus, der nicht nur in der Lage ist komplexe Datengebilde zu verarbeiten, sondern auch Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen.

Der große Schritt, der dem Thema AI einen unglaublichen Hype beschert hat, ist die Tatsache, dass Computer erst seit relativ kurzer Zeit in der Lage sind etwas zu imitieren, das man als „Intuition“ bezeichnen könnte. Beispielsweise wurde erst im Mai 2016 ein Versuch veröffentlicht, bei dem es eine AI ohne Anhaltspunkte geschafft hat, das Bose-Einstein-Experiment, das 2001 den Nobelpreis in Physik gewann, innerhalb von 20 Minuten Nachzustellen. Die herkömmliche Berechnung des Experiments, nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip, hätte länger gebraucht, als das uns bekannte Universum existiert.

Artikel: Bose-Einstein-AI

Nur kurze Zeit zuvor, im März 2016, hat es Googles AI „DeepMind“ geschafft, den Weltmeister im Brettspiel „Go“ zu besiegen. Das ist deshalb beachtlich, weil es quasi unendlich viele Verläufe des Spiels gibt, sodass es mit Gefühl und Intention gespielt wird, und nicht mit berechnender Mathematik gemeistert werden kann, wie beispielsweise Schach.

Artikel: AI besiegt Go-Champion

Mit dieser jüngsten Entwicklung ist es nicht verwunderlich, dass das Thema „AI“ international immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnt. Doch was hat das alles mit Online Marketing zu tun? Nun ja, in Zeiten von Big Data ist das große Problem nicht die Datenbeschaffung, sondern die Datenverarbeitung. Unternehmen haben zwar teils Unmengen an Daten zur Verfügung, brauchen aber einen intelligentes System, um Muster zu erkennen. Nur so können Sie die Datenflut bewältigen und in sinnvoller Art und Weise zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Die Vielfalt der Anwendungsbereiche und sich daraus ergebender Möglichkeiten ist dabei fast grenzenlos.

PERSONALISIERTER CONTENT

Einer dieser Anwendungsbereiche ist die individuelle Contentoptimierung auf die Ansprüche des einzelnen Nutzers. Zielgruppengerechter Content ist von gestern, Webseiteninhalte sind heute auf den einzelnen Nutzer angepasst, sowohl mit statischem als auch mit interaktivem Content.
Der Computer kennt sein Kaufverhalten, seine Vorlieben und seine Wünsche. Gutes Content Marketing lässt für den einzlenen Nutzer kein Bedürfnis mehr unbeantwortet. So ermöglicht AI einem Chatbot in Zukunft nicht nur, auf komplexe Fragenstellungen einzugehen, sondern die kursierende Benutzerstimmung auszuwerten und somit Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben, noch bevor sie überhaupt zu echten Problemen werden. Und das alles nur mittels intelligenter Datenanalyse.
PERSONALISIERTE WERBUNG
Mit ausgewerteten Variablen wie Suchhistorie, Aufenthaltsort, Suchformulierung, Klickverhalten, Interessen und Suchintention, wird Werbung in Zukunft sehr viel persönlicher, als sie aktuell ohnehin schon ist. Die Kumulierung der Daten über das Nutzerverhalten jedes Einzelnen, lässt bald sehr genaue Schlüsse über voraussichtliche Interaktionen und Kaufentscheidungen zu.

Das führt letztlich dazu, dass Konsumenten bald großteils mit Angeboten konfrontiert werden, die sie auch tatsächlich interessant finden, über Werbemittel, für die sie auch empfänglich sind. Die Zeiten Millionen verschickter Werbemails mit einstelligen Öffnungsraten, neigen sich aller Wahrscheinlichkeit nach früher oder später dem Ende zu.

 

MARKETING AUTOMATION

Durch die enge Vernetzung und das optimierte Zusammenspiel der verschiedenen Marketingkanäle, lassen sich die benötigten Ressourcen immer weiter minimieren und Fehler im Workflow beseitigen. Gerade in der Kommunikation zwischen den Kanälen besteht noch ein sehr großes Optimierungspotential, sowohl in der dafür benötigten Zeit, als auch beim Mensch als potentielle Fehlerquelle.
Auch das Warten auf Freigaben und die derzeitige Reaktionszeit auf Veränderungen am Markt oder im Vertrieb profitieren ungemein von der direkten Verzahnung automatisierter Arbeitsabläufe. Zudem tritt der Mensch als Schnittstelle bei dieser Entwicklung immer weiter in den Hintergrund, was zu einem immer geringeren Ressourcenaufwand führt.

Auch durch Arbeitszeiten verursachte Engpässe, wie fehlendes Personal in der Nacht oder am Wochenende, sind ein immer kleiner werdendes Problem. Ohnehin wird Sachbearbeitung mehr und mehr zur Aufgabe des Computers und der Beruf des Marketers verschiebt sich immer weiter in Richtung Kreativität und Organisation. So werden beispielsweise Kampagnenmanager zukünftig einfach durch automatisierte Prozesse ersetzt, die Zeiten von aufwändiger Planung und A/B-Tests lassen am Horizont also bereits ein Ende erahnen. Schließlich lässt sich berechnen, welcher Betreff einer E-Mail Kampagne besser performen wird und wer die E-Mail in seinem Postfach finden wird, um eine maximale Öffnungsrate zu erreichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gesamte Branche eine ganz Andere sein wird, sobald der Kreislauf aus Analyse, Planung und Umsetzung nicht nur optimiert ist, sondern quasi von allein läuft. Wo aktuell AI noch einen Menschen braucht, der sie mit Daten füttert und sagt, was zu tun ist, übernimmt sie diese Arbeit vielleicht schon bald selbst. Es wird sich die Frage stellen, welche Qualitäten ein Marketer haben kann um unersetzlich zu bleiben und ob die Maschine irgendwann nicht mehr für uns, sondern wir für die Maschine arbeiten…