Facebook Marketing

In den heutigen Tagen gehört ein Facebook-Profil zum guten Ton. Das gilt auch für Unternehmen. Aber das alleine reicht natürlich nicht – der Webauftritt muss strategisch klug aufgebaut und gepflegt werden, um den optimalen Erfolg damit zu erreichen.
Insgesamt sind 1,49 Milliarden Nutzer monatlich auf Facebook aktiv, davon 1,35 Milliarden mobil. Die Möglichkeit für Unternehmen hier Präsenz zu zeigen, nutzen laut einer Statistik des BVDW nur maximal 38% aller deutschen Unternehmen (Stand 2014). Dabei liegt hier eine Chance für viele, die Bindung zum Kunden zu stärken. Im Folgenden geben wir Euch einige Tipps wie Ihr eine repräsentative Fanpage anlegen könnt und wie Ihr diese auch mit guten Inhalten füllen könnt.


Wie lege ich ein gutes Firmenprofil an?

 

1. Planung ist das A und O

Macht Euch vorher genau Gedanken, was Ihr mit eurem Profil bezwecken wollt. Welche Zielgruppe wollt Ihr erreichen? Wer Eurer Kunden ist auf Facebook unterwegs und wie wollt Ihr sie erreichen? Welche Inhalte sollen umgesetzt werden? Welche Bildsprache und welche Kommunikationsstrategie wollt Ihr wählen? Egal, wofür Ihr Euch entscheidet – bleibt Eurer Linie treu. Denn ein einheitlicher Eindruck erweckt einen seriösen und professionellen Eindruck, was sich wiederum auf Euer Image auswirkt.

2. Orientierung

Nachdem Ihr Euch für eine Kommunikations- und Marketingstrategie entschieden habt, geht es an die Registrierung Ihres Unternehmens auf Facebook. Hier gibt Euch der Anbieter genaue Angaben vor, wie z.B. Art Ihres Unternehmens und die Branche. Diese Angaben zu machen geht sehr schnell und schon habt Ihr ein Profil erstellt. Achtet aber hier darauf, dass Ihr mit Eurer Seite sofort öffentlich online sind. Versteckt Eure Seite lieber vorerst, so lange Ihr noch keine weiteren „hard facts“ angegeben habt: Profilbild, Titelbild, Informationen zum Unternehmen, Impressum und so weiter. Erst wenn Sie diese Angaben gemacht sind, solltet Ihr online gehen.

3. Impressum

Nach § 5 Abs. 1 TMG seid Ihr verpflichtet ein Impressum auf Eurer Facebookseite anzulegen.

5 Abs. 1 TMG: Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten:

  1. den Namen und die Anschrift, unter der sie niedergelassen sind, bei juristischen Personen zusätzlich die Rechtsform, den Vertretungsberechtigten und, sofern Angaben über das Kapital der Gesellschaft gemacht werden, das Stamm- oder Grundkapital sowie, wenn nicht alle in Geld zu leistenden Einlagen eingezahlt sind, der Gesamtbetrag der ausstehenden Einlagen,
  2. Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit ihnen ermöglichen, einschließlich der Adresse der elektronischen Post,
  3. soweit der Dienst im Rahmen einer Tätigkeit angeboten oder erbracht wird, die der behördlichen Zulassung bedarf, Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde,
  4. das Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister, in das sie eingetragen sind, und die entsprechende Registernummer,
  5. soweit der Dienst in Ausübung eines Berufs im Sinne von Artikel 1 Buchstabe d der Richtlinie 89/48/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung der Hochschuldiplome, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen (ABl. EG Nr. L 19 S. 16), oder im Sinne von Artikel 1 Buchstabe f der Richtlinie 92/51/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 über eine zweite allgemeine Regelung zur Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. EG Nr. L 209 S. 25, 1995 Nr. L 17 S. 20), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/38/EG der Kommission vom 20. Juni 1997 (ABl. EG Nr. L 184 S. 31), angeboten oder erbracht wird, Angaben über
  6. a) die Kammer, welcher die Diensteanbieter angehören,
  7. b) die gesetzliche Berufsbezeichnung und den Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen worden ist,
  8. c) die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen und dazu, wie diese zugänglich sind,
  9. in Fällen, in denen sie eine Umsatzsteueridentifikationsnummer nach §27ades Umsatzsteuergesetzes oder eine Wirtschafts-Identifikationsnummer nach § 139c der Abgabenordnung besitzen, die Angabe dieser Nummer,
  10. bei Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die sich in Abwicklung oder Liquidation befinden, die Angabe hierüber.

[…]

Wer kein Impressum pflegt, kann mit Abmahnungen rechnen, die ganz schön teuer sein können. „Geschäftsmäßig“ bedeutet in diesem Falle auch, dass z.B. Blogs ein Impressum haben müssen. Also egal wie groß Euer Unternehmen ist, wer „geschäftsmäßig“ handelt – egal ob profitorientiert oder nicht – sollte sich das Geld sparen und das Impressum anlegen.

4. Statistiken

Eine der größten Vorteile von einer Fanseite auf Facebook, sind die breitgefächerten Analysetools, die Facebook anwendet, um Euch ausführliche Statistiken anzubieten. Diese werden Euch mit Sicherheit das Online Marketing um einiges erleichtern.  Sie zeigen Euch an wie erfolgreich eure Beiträge sind und auch wie Euer Profil sich entwickelt. Ihr könnt sogar Konkurrenzseiten auf Facebook im Auge behalten, und statistisch vergleichen.

5. Werbebudget

Facebook bietet Euch die Möglichkeit, selbst mit einem geringen Budget eure Beiträge effektiv zu „vermarkten“.

Beiträge so zu bewerben hat durchaus Vorteile: Anhand Eurer Targets, entscheidet Facebook unter anderem mit Hilfe des sogenannten „EdgeRank“, wessen Feed mit Eurem Beitrag gefüttert wird. So wird potenziellen Interessenten Eurer Seite der Beitrag angezeigt – und wenn der Beitrag interessant ist, könnt Ihr vielleicht einen neuen Fan verbuchen.

EdgeRank ist die Bezeichnung eines Algorithmus, mit dessen Hilfe soziale Netzwerke die Reihenfolge und Häufigkeit von Beiträgen im Newsfeed bestimmen. Er besteht hauptsächlich aus drei Komponenten: Affinität (user affinity), Gewichtung (weight), Aktualität (decay).

∑ = Ue x We x De

Ue : Die user affinity misst die Intensität des Users im Zusammenhang mit dem Unternehmen. Einberechnet werden zum Beispiel wie oft der Nutzer Beiträge von Freunden likt, welcher auch Fan Ihres Unternehmens ist.

We : Umso mehr Ihr Beitrag bereits gelikt, geteilt und kommentiert wurde, desto wichtiger stuft in Facebook ein. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit im Ranking nach oben zu rutschen.

De : Decay heißt eigentlich Zerfall und meint in diesem Sinne, nichts anderes als die Aktualität eines Beitrags. Umso aktueller der Beitrag ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er weiter oben im Newsfeed angezeigt wird.

 

Wie pflege ich meine Fanseite?

1. Erstellt einen Redaktionsplan

Wie bereits zu Anfang dieses Artikels erwähnt, ist Planung das A und O. Wer gut vorbereitet sein möchte, darf ruhig einen Redaktionsplan erstellen. Also eine Planung, was wann und wie gepostet wird.

  Datum Titel Themengebiet Postingtext Bilder/Video/Link
22 30.10.15 Facebook Posting Blog Facebookpostings sind eine Wissenschaft für sich. Wir haben für Euch die wichtigsten Facts in einem neuen Blogpost zusammengetragen. #facebook #socialmedia Verlinkung zum DBI Blog
23 01.11.15 Halloween DBI Intern
24

 

So oder so ähnlich könnte Euer Redaktionsplan aussehen. Jedoch solltet Ihr diesen nur als Richtlinie sehen – sodass man auch auf Facebook, z.B. auf relevante, kurzfristige News eingehen kann.

2. Das „Wann“ als ausschlaggebender Faktor

Die Zeit, in der Ihr mit Euren Beiträgen online geht, spielt mit eine entscheidende Rolle wie erfolgreich der Post werden wird. Wenn die Fans schlafen, können sie nichts liken oder teilen und Euer Beitrag geht im Newsfeed des Nutzers unter.

Prinzipiell gilt: Beiträge die am Wochenende geschalten werden, haben eine höhere Reichweite. Zwischen 15 und 18 Uhr teilt der durchschnittliche Facebook-User am meisten, zwischen 18 und 22 Uhr sind die meisten Nutzer online – eine gute Zeit also, um Eure Beiträge zu veröffentlich.

Aber mit den nützlichen Statistiken, die Facebook Euch anbietet, müsst Ihr natürlich nichts dem Zufall überlassen: dort könnt Ihr genau nachlesen, wann Eure Fans online sind – sowohl Stunden- als auch Tageweise.

3. Qualität statt Quantität – in jederlei Hinsicht

Bei der Erstellung Eures Redaktionsplans solltet Ihr genauso wie bei der Pflege Eurer Seite immer eines im Augen behalten: es gilt Qualität statt Quantität. Ein gut recherchierter Beitrag wird von jedem User bevorzugt wenn die Alternative drei bis zehn Katzenvideos sind (im übertriebenen Sinne). Denn sobald der Newsfeed Eures Fans mit zu vielen Beiträgen von Euch voll ist, wird er schnell genervt sein und euch „entfolgen“. Also genau das Gegenteil von dem, was Ihr erreichen wollt.

Wie oft Ihr letzten Endes wirklich posten solltet, müsst Ihr für Euch selbst entscheiden. Es ist natürlich Content- und Branchenabhängig. Solange die Inhalte jedoch immer einen Mehrwert für die Nutzer haben, sollte Eurem Erfolg nichts im Wege stehen.

4. Die kleinen aber feinen Unterschiede

Targeting: Das Targeting bzw. die Bestimmung Eurer Zielgruppe ermöglicht euch Eure Beiträge gezielt zu bewerben. Anstatt es Facebookusern willkürlich anzuzeigen, differenziert Facebook nach den Faktoren: Alter, Geschlecht, Wohnort, aber auch deren Interessen und ihr Nutzerverhalten spielen eine entscheidende Rolle. Dazu gehören neben den privaten Profilinformationen wie Beziehungsstand oder Ausbildung auch welches Endgerät benutzt wird. Wenn Ihr also eine bestimmte Zielgruppe habt oder vereinzelt Beiträge schaltet, die nur einen Teil davon betreffen, gibt euch Facebook die Möglichkeit, die Chancen auf erfolgreichen Beitrag zu erhöhen.

Connecting: Wer neben einem Facebook-Kanal auch noch andere Social Media Kanäle pflegt, sollte diese unbedingt untereinander vernetzen. Das heißt Instagram-Fotos oder Tweets auf Twitter können genauso über Facebook geteilt werden wie der neueste Blogeintrag auf Eurer Webseite. Auch sollten natürlich Verlinkungen zu den einzelnen Kanälen nicht fehlen (z.B. in den Informationen Eures Profils).

5. Am Ball bleiben!

Schlussendlich lässt sich sagen – wenn Ihr die oben genannten Tipps im Hinterkopf behaltet, seid ihr auf dem besten Weg einen erfolgreichen Social-Media-Auftritt zu performen. Denkt jedoch daran, dass man keine 20.000+ Fans über Nacht bekommt, sondern dass die Fanpage sich nur entwickeln kann, durch ständiges Beobachten und Pflegen. Also bleibt dran!

Quellen:

https://de.onpage.org/wiki/EdgeRank#Formel_des_EdgeRank, aufgerufen am 21.10.2015

http://t3n.de/news/facebook-edgerank-nachfolger-488185/, aufgerufen am 22.10.2015

https://webmagazin.de/business/marketing/so-geht-der-perfekte-facebook-post-liken-und-sharen-1938000, auf gerufen am 20.10.2015

http://www.thomashutter.com/index.php/2014/10/facebook-5-haeufige-fehler-bei-beitraegen-tipps-zur-beitragsoptimierung-fuer-mehr-reichweite-und-bessere-zielerreichung/, am 22.10.2015

http://www.e-recht24.de/artikel/facebook/6896-facebook-impressum-generator.html, am 21.10.2015

http://www.gruenderkueche.de/fachartikel/in-10-schritten-zur-erfolgreichen-facebook-unternehmensseite-teil-2/, aufgerufen am 22.10.2015

http://dejure.org/gesetze/TMG/5.html, aufgerufen am 21.10.2015

http://allfacebook.de/fbmarketing/facebook-targeting-infografik, aufgerufen am 26.10.2015

http://de.statista.com/themen/138/facebook/, aufgerufen am 30.10.2015